UPDATE AUS VELIKA KLADUSA

In der bosnischen Stadt und Umgebung, nahe der kroatischen Grenze, unterstützt der Verein Rahma People on the move. Die Mitarbeiterinnen berichten, dass sich im Moment mehr Familien als sonst in den umliegenden Dörfern aufhalten. Sie werden von der Polizei und der kantonalen Inspektion regelmäßig unter Druck gesetzt und aufgefordert, ihre Unterkunft zu verlassen. Auch die Unterstützerinnen erhalten immer wieder die Ansage, sie sollen ihre Arbeit einstellen. Die Stimmung zwischen geflüchteten und einheimischen Personen ist sehr angespannt. Die Unterstützung von People on the move wird nicht von allen gern gesehen und lokale Helfer*innen bekommen dies stark zu spüren.

PUSHBACKS

Die Zahl der Menschen, die versuchen die Grenze in Richtung EU zu überqueren, ist in den Sommermonaten höher als im Winter und so gibt es derzeit auch mehr Pushbacks. Nicht alle verlaufen gewalttätig. Die Fälle, in denen jedoch Gewalt angewendet wird, sind Ausdruck einer schockierend unmenschlichen Behandlung: Vor kurzem berichtete zum Beispiel ein Minderjähriger, dass er von der kroatischen Polizei verprügelt und im Anschluss dazu gezwungen wurde, ihr Auto zu reinigen. Ein anderer Junge wurde geschlagen und mit Zigaretten verbrannt.

Im Bericht von End Pushbacks Partnerships findet ihr detaillierte Analysen sowie Zeugenaussagen, Statistiken und Beweise über die Gewalt an Europas Grenzen.

Die illegale Zurückdrängung von Menschen auf der Flucht ist die Folge der europäischen Abschottungspolitik, deren Ziel es ist, mit allen Mitteln Migration zu verhindern. Im Zuge dessen wird Menschen ihr individuelles Recht auf Asyl verweigert. Wir fordern deshalb: Bewegungsfreiheit für alle statt Abschottung und Ausgrenzung. #endfortresseurope

SPENDEN FÜR RAHMA

In der Zwischenzeit sind die Unterstützer*innen vor Ort dringend auf Spendengelder angewiesen. Auch wenn damit oft nur die Grundbedürfnisse von People on the move abgedeckt werden können, und ihre Situation nur kurzfristig verbessert werden kann, sind Spenden weiterhin eine wichtige Form der Solidarität.

Rahma erreicht momentan jede Woche ca. 500 Menschen (hauptsächlich Jungen und Männer zwischen 14 und 65 Jahren) in Velika Kladusa sowie ca. 200 Menschen (hauptsächlich Familien) in Orten der Umgebung. Das Team verteilt an fünf Tagen die Woche Lebensmittel, Kleidung, Schlafsäcke, leistet wichtige medizinische Erste Hilfe und stellt mobile Duschen bereit. Neben der physischen bieten sie oft auch emotionale Unterstützung an, indem sie mit den Menschen reden, sie beraten oder einfach nur da sind. Hier erfahrt ihr mehr über das Projekt und Spendenmöglichkeiten. Danke für euren Support!

Veröffentlicht am 06.08.2021

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