Drei Unterstützerinnen

  1. Wer ist das Unterstützungsteam?
  2. Wo arbeitet das Team?
  3. Wie unterstützt das Team?
  4. Wofür braucht das Team Spenden?

Wer sind sie?

Das Team besteht aus drei Frauen, welche bei Bedarf von weiteren Freiwilligen unterstützt werden. Sie begannen mit ihrer Unterstützung Anfang 2018 und arbeiten nach Möglichkeit auch mit anderen Organisationen vor Ort zusammen. 

Wo arbeiten sie und warum dort?

Sie unterstützen mit ihrer Arbeit die Menschen auf der Flucht im Norden Bosnien Herzegowinas.

Bosnien Herzegowina ist ein wichtiges Transitland auf dem Weg in die EU. Eine Registrierung oder ein Asylverfahren ist in Bosnien Herzegowina für flüchtende Menschen nahezu unmöglich. Da jedoch die Weiterreise nach Kroatien und damit in die EU durch Pushbacks [1]unrechtmäßige, oft kollektive Abschiebungen ohne jeden Rechtsschutz, die meist mit extremer Gewalt du die Grenzpolizei verbunden sind und Gewalt an den Grenzen verwehrt bleibt, wird Bosnien Herzegowina für viele tausende Menschen zu einer Sackgasse ohne Aufenthaltsstatus. Sie erfahren immer häufiger Gewalt und Schikane durch Polizei und Behörden z.B. bei der Räumung von Squats [2]leerstehende Häuser oder Hallen, in denen sich Menschen auf der Flucht vorübergehend aufhalten, wo unter anderem auch die Habseligkeiten von ihnen verbrannt werden.  

Durch die Pushbacks von der kroatischen Polizei mit Unterstützung der EU werden flüchtende Menschen daran gehindert in die EU einzureisen. Beim Versuch die Grenze zu überqueren wird ihnen häufig alles abgenommen, ihre Kleidung verbrannt, Handys zerstört, und es kommt durch die extreme Gewalt, die angewendet wird, zu Verletzungen. Allerdings haben flüchtende Menschen kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. Allerdings haben flüchtende Menschen kaum Zugang zu medizinischer Versorgung um diese Verletzungen zu behandeln.

Aufgrund des Mangels an offiziellen Camps und offizieller Unterstützung, spielen Privatpersonen bei der Versorgung der Flüchtenden eine wichtige Rolle. Am Anfang, so sagen die drei Unterstützerinnen, war es viel einfacher, Unterstützung zu leisten. Allerdings wird die Unterstützung durch immer mehr polizeiliche und staatliche Repression, sowie wachsendem Unmut in Teilen der Bevölkerung, der sich durch Drohungen bis zu gewalttätigen Angriffen zeigt, schwieriger.

„Man hat uns schwer beschimpft, wir wurden fotografiert und in verschiedenen Migrant*innen-feindlichen-Gruppen gepostet. Wir wurden für das, was wir tun, sogar angegriffen – meist verbal, aber auch körperlich. Früher haben wir auch viel Unterstützung erhalten – meist anonym, weil einige Leute Angst haben, Geflüchtete öffentlich zu unterstützen. Zusammenfassend: Die Situation ist sehr komplex. Aus diesem Grund würden wir es vorziehen, wenn dieser Bericht ohne Erwähnung unserer Namen oder der Stadt, in der wir leben, veröffentlicht wird”

Wie unterstützen sie?

Ihre Unterstützungsarbeit richten sie an Menschen, außerhalb der Camps, die in Wäldern und Squats leben. Sie verteilen jeden Abend Essen, Kleidung, Schlafsäcke und leisten medizinische Erste Hilfe. Aktuell reichen ihre Kapazitäten dabei für circa 120-150 Menschen. 

Ebenso arbeiten sie mit einem Lebensmittelmarkt zusammen, der ihnen auf Vertrauensbasis auch Essen auf Vorschuss gibt, wenn die Finanzen es gerade nicht zulassen. Ihre Unterstützung ist eine wichtige Basis für die Flüchtenden.

Wofür brauchen sie Spenden?

Aktuell benötigt das Team finanzielle Unterstützung, um die Menschen weiterhin mit Kleidung und Schlafsäcken zu versorgen. Da es von Tag zu Tag kälter wird, reichen die Kleiderspenden nicht mehr aus. Es werden vor allem Jacken, Decken, Schlafsäcke und Schuhe gebraucht.

Außerdem verteilen sie Lebensmittel. Da einige Menschen die Möglichkeit zum Kochen haben, werden z.B. Mehl, Öl, Reis usw. gebraucht, aber auch z.B. Brot und Aufstriche für die Menschen, die nicht diese Möglichkeiten haben. 

Des Weiteren werden medizinische Utensilien benötigt, damit die Gruppe Flüchtende mit Verbandsmaterial versorgen und so erste Hilfe leisten kann.

Es werden wöchentlich ca. 130€ benötigt und um dies weiter zu ermöglichen, brauchen sie immer wieder Geldspenden. Wir möchten die Frauen dabei unterstützen, dass sie diese Arbeit weiter leisten können.

Fussnoten

1 unrechtmäßige, oft kollektive Abschiebungen ohne jeden Rechtsschutz, die meist mit extremer Gewalt du die Grenzpolizei verbunden sind
2 leerstehende Häuser oder Hallen, in denen sich Menschen auf der Flucht vorübergehend aufhalten

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