SACHSPENDENSAMMLUNG IN BERLIN

Frauen in einem Lager in Medininkai (Litauen) haben Kontakt zu Aktivist:innen aus Berlin und Brandenburg aufgenommen. In einem Videocall berichteten sie von den katastrophalen Bedingungen, unter denen sie seit Monaten und auf ungewisse Zeit leben müssen.

Die Zustände, die die Frauen beschrieben, sind menschenverachtend und nicht haltbar (s. weiter unten). Deshalb haben sich die Aktivist:innen (u.a. aus dem Umfeld von United Action, OPENDREAMS-BRANDENBURG e.V. und Space2groW) zu einer Initiative zusammengeschlossen. Die Gruppe sammelt nun Sachspenden, die sie persönlich nach Litauen bringen wird, um sicherzugehen, dass sie ankommen, und um die Frauen auch vor Ort bei ihrem Protest zu unterstützen.

GEBRAUCHT WIRD:

Kleidung:

  • Jacken (Größen XS bis 4XL)
  • Schuhe (Winterstiefel) und Hausschuhe (Größen 36 bis 44)
  • Mützen
  • Winterhandschuhe
  • Socken
  • Unterwäsche (Slips und BHs)
  • Hosen und T-Shirts (Größen XS bis 4XL)

Körperpflege und Hygiene:

  • Hygieneartikel
  • Damenbinden
  • Körperlotion und Deodorant
  • Waschmittel

Lebenmittel und andere Dinge:

  • Wasserkocher
  • Mikrowellen
  • Kochplatten
  • Becher/Tassen
  • Lebensmittelkonserven
  • Bettwäsche

Sachspenden (in gutem Zustand) können bis zum 14. November in Berlin im Bilgisaray (Oranienstr.45, Kreuzberg) abgegeben werden – Bitte kontaktiert die Gruppe vorher per E-Mail (solidaritymedininkai@riseup.net), um zu schauen, wann Leute da sind; oder bei Frauenkreise in Pankow, Montag-Freitag 12 bis 16 Uhr.

Geldspenden können auf das folgende Konto überwiesen werden:

IBAN: DE52 4306 0967 1216 3114 00

Paypal: Paypal@die-urbane.de Betreff: Litauen

DIE ZUSTÄNDE IM LAGER IN MEDININKAI

In dem Lager nahe der litauisch-belarussischen Grenze leben über 300 Frauen, darunter auch minderjährige Mädchen ohne Zugang zu Bildung, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Frauen haben weder Zugang zu einem Mindestmaß an medizinischer Versorgung noch Rechtsberatung. Ausgehändigte Lebensmittel und Hygieneprodukte sind meist bereits abgelaufen oder kurz davor. Die ausgeteilten Essensrationen sind zu klein und kalt. Dabei steht 00 Frauen nur eine einzige Mikrowelle zum Aufwärmen des Essens zur Verfügung. Hinzu kommt: Die Räume werden nicht ausreichend geheizt und heißes Wasser gibt es ausschließlich und nur manchmal in den Duschen. Die sanitären Einrichtungen reichen nicht aus und werden nicht sauber gemacht und es gibt auch keine Reinigungsmittel.

Informationen über negative Asylentscheidungen werden oft nur mündlich überbracht, ohne Erklärung oder Aufklärung über mögliche rechtliche Mittel zum Widerspruch. Dieses Vorgehen verwehrt den Menschen ihr Recht auf ein faires und ordnungsgemäß durchgeführtes Asylverfahren. Die Frauen sind abgeschottet und mussten sich das Recht, Besuch von eigenen Familienangehörigen, die in anderen Lagern untergebracht sind, empfangen zu dürfen, mühsam erkämpfen.

Zu dieser körperlich und psychisch belastenden Situation kommt hinzu, dass die Frauen vom Personal und der Polizei gegeneinander ausgespielt werden. Es herrscht ein rassistisches System in dem manche Gruppen mehr Möglichkeiten haben und bei Beschwerden mehr Gehör bekommen als andere. Besonders Schwarze Frauen werden benachteiligt und ignoriert. Aber die Frauen wehren sich und fordern ihre Rechte ein, erleben dadurch aber auch viel Repression. Die Situation ist ermüdend und zermürbend. Journalist*innen und Hilfsorganisationen haben mit wenigen Ausnahmen keinen Zugang zum Lager

Ohne eine breitere Öffentlichkeit für ihre Situation und solidarische Unterstützung sind sie der Willkür dieses Asylsystems, das Menschen zu politischen Spielsteinen der europäischen Grenzpolitik macht und Menschenrechte systematisch missachtet, ausgeliefert.

Zeigt eure Solidarität, indem ihr informiert bleibt, mit Menschen über die Auswirkungen der europäischen Abschottungspolitik sprecht und euren Protest hör- und sichtbar macht! Lasst uns gemeinsam nicht wegschauen!

#EndFortressEurope#KeinMenschIstEgal#AufnahmeStattAbschottung

Veröffentlicht am 11.11.2021

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