NO LAGER | AKTIONSWOCHE IN NRW

Lesbos, Libyen, NRW – Lager überall: Menschen auf der Flucht werden eingesperrt, entrechtet und isoliert. Deshalb startet die AntiRa Vernetzung NRW am 19.Juni die No Lager-Aktionswoche für Selbstbestimmung und eine würdige Unterbringung von people on the move.

Zum Hintergrund der Aktionswoche

Die systematische Ungleichbehandlung und Entrechtung von geflüchteten Personen verdeutlicht sich in Zeiten der Corona-Pandemie auf drastische Weise: Während überall in der Gesellschaft Kontaktreduzierung und Social Distancing propagiert wurden, mussten Menschen in den Lagern auf engem Raum zusammenzuleben und sich Schlaf-, Essens- und Waschräume teilen. Anstatt die Bewohner*innen durch eine dezentrale Unterbringung zu schützen, wurden sie der Ansteckungsgefahr ausgesetzt und durch neu auftretende Infektionen über Wochen eingesperrt.

Dies ist nicht einfach eine Überforderung in der Corona-Krise, sondern in dem „System Lager“ seit Jahren strukturell angelegt. Massive Gesetzesverschärfungen ermöglichen es, dass den Menschen in den Lagern fundamentale Rechte u.a. auf Privatsphäre, Beschulung, medizinische Regelversorgung oder Arbeitsmöglichkeiten systematisch vorenthalten werden.

Die Entrechtung und Isolation von people on the move muss aufhören!

Viele Menschen sind bis zu 2 Jahre dem Kreislauf von Enge, permanenten Kontrollen, Monotonie, Angst vor Abschiebung und Gewalt ausgesetzt. Ihre Isolation soll außerdem einen reibungslosen Ablauf der schwerpunktmäßig aus NRW-Landesunterkünften stattfindenden Abschiebungen ermöglichen und zugleich die öffentliche Debatte über die von der Gesellschaft abgeschotteten Lager verhindern.

Diese Selbstverständlichkeit von Entrechtung und Isolation geflüchteter Menschen muss durchbrochen werden. Es muss endlich eine gesellschaftliche Auseinandersetzung zum Thema der Aufnahme und menschenwürdigen dezentralen Unterbringung von Geflüchteten geben.

Mit der No-Lager-Aktionswoche wollen wir dies in die Öffentlichkeit tragen, antirassistische Akteure vernetzen und ein solidarisches Zeichen an die Menschen in den Lagern senden.

Mehr Infos und den Aufruf auf mehreren Sprachen findet ihr schon jetzt hier.

Details zu den einzelnen Veranstaltungen werden auch auf der Website veröffentlicht. Die Balkanbrücke ist auf jeden Fall am Sonntag, den 27. Juni, an einem Infospaziergang in Köln beteiligt. Wir freuen uns schon jetzt auf den Austausch mit euch!

Macht mit bei den Aktionen, teilt den Aufruf und nutzt die Website, um euch zu informieren!

#NoLager #CloseTheCamps #LeaveNoOneBehind #EndFortressEurope #AufnahmestattAbschottung

Veröffentlicht am 09.06.2021

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