ERKLÄR ABC – V

Wenn es an offiziellen Versorgungsstrukturen mangelt, ist der Einsatz von Menschen aus der Zivilgesellschaft von großer Bedeutung. Die meisten von ihnen übernehmen die vielfältige anfallende Arbeit auf ehrenamtlicher Basis. Als VOLUNTEERS bezeichnen wir diejenigen Ehrenamtlichen, die in ein anderes Land reisen, um zu unterstützen. Volunteering wird aus verschiedenen Gründen kritisch diskutiert:

Zum einen können, wie im Konzept des white savior complex beschrieben, eine überhebliche Einschätzung der eigenen Rolle und Fortschreibung bestehender Machtverhältnisse damit einhergehen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass Akteur*innen (z. B. lokale Politiker*innen) weniger in die Verantwortung gezogen werden, je mehr Freiwillige humanitäre Aufgaben übernehmen.

Problematisch wird es außerdem, wenn lokale Strukturen oder politische und historische Zusammenhänge gänzlich unbekannt sind. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Tatsache, dass Volunteers meist nur für einen begrenzten Zeitraum vor Ort sind, ist die Kontaktaufnahme zu und Kooperation mit erfahrenen Locals super wichtig. Ihre Erfahrungswerte, ihr Wissen und ihre Netzwerke sind essenziell, um nachhaltige Strukturen zu stärken oder neu aufzubauen.

Diese Auswahl an Kritikpunkten bedeutet aber nicht, dass Volunteering grundsätzlich negativ zu bewerten sein muss. Entscheidend ist eine selbstkritische und -reflexive Perspektive, eine gründliche Vorbereitung und die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort.

Veröffentlicht am 25.07.2021

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