ERKLÄR ABC – C

Der Großteil (ca. 95%) der flüchtenden Menschen auf der sogenannten Balkanroute sitzt in Bosnien und Herzegowina (BiH) oder Serbien fest. Die Zustände in den Camps sind (wie an vielen anderen Orten) extrem schlecht. Oft werden sie von vornherein “nur provisorisch” errichtet. Beispiele dafür sind die inzwischen geschlossenen Camps Vučjak und Lipa in BiH. Dadurch wurde im letzten Quartal 2020 in BiH die offizielle Kapazität von 8.282 auf 3.540 Betten reduziert.

Berichte der Bewohner*innen reichen von mangelhaften sanitären Anlagen über zu wenig Essen bis hin zu Gewalt durch das Personal. Hinzu kommt, dass die medizinische Versorgung oft nicht ausreicht und es zu wenig Zugang zu rechtlicher und psychosozialer Beratung gibt.

Camps sind somit alles andere als Schutzräume.

Aufgrund dieser Zustände und der Tatsache, dass nicht alle flüchtenden Menschen einen Platz in Camps bekommen, leben Tausende auf der Straße, in Wäldern oder in informellen Camps. Unterstützt werden sie dort von solidarischen Einzelpersonen, privat organisierten Strukturen und NGOs.

Veröffentlicht am 14.03.2021

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