BERICHT AUS VELIKA KLADUSA

AKTUELLE SITUATION IN VELIKA KLADUSA

In Velika Kladuša befinden sich derzeit circa 800 People on the Move (PoM), wobei die Zahl der Menschen stark schwankt, abhängig davon, wie viele Menschen beim Game sind und gepushbackt werden. In der bosnischen Kleinstadt nahe der Grenze zu Kroatien leben viele Familien mit Kindern, genauso wie einzelne, vor allem männlich gelesene Personen.

Aktuell gibt es immer noch täglich Pushbacks, die häufig gewaltvoll verlaufen. Besonders Personen, die ohne Kinder unterwegs sind, erfahren viel zu oft demütigende physische wie psychische Gewalt.
Neben dem gezielten Zerstören des Eigentums der PoM, berichten viele Menschen von rassistischen Beleidigungen während der Pushbacks und keinerlei Möglichkeit der eigenen Selbstverteidigung, weder körperlich noch verbal. Neben diesen Erfahrungen wird auch die Deportation in die Nähe der Kleinstadt als besonders entwürdigend beschrieben.

RÄUMUNG EINES SQUATS

Ende Oktober gab es eine erzwungende Räumung des selbsterrichteten größten Squats „Helicopter“ in Velika Kladuša. Die Menschen wurden in großen Bussen unter Präsenz der lokalen Polizei, IOM und lokalen Sicherheitsagenturen in Camps, die von der bosnischen Regierung und der europäischen Union finanziert werden, gebracht. Menschen, die nicht in ein solches Camp – das für schlechte Versorgung, strenge Ausgangszeiten und Gewalt durch Sicherheitsbeamt*innen bekannt ist – wollten, mussten sich rechtzeitig an einem anderen Ort verstecken. Die wenigen Habseligkeiten der Menschen und ihre Zelte wurden zu Boden gestampft, nachdem sie in die Camps gezwungen wurden.

UNTERDRÜCKUNG EINES FRIEDLICHEN PROTESTS

Aufgrund dieser repressiven Situation entschieden sich bereits einen Monat früher, Ende September, eine Gruppe an PoM einen friedlichen Protest zu organisieren. Ziel war es, auf die menschenunwürdigen Zustände, unter welchen sie gezwungen werden zu leben, aufmerksam zu machen. Die Gruppe an Menschen wanderte bestückt mit aussagekräftigen Bannern Richtung Außengrenze der EU/kroatische Grenze. Doch auch dieser Versuch des Aufschreis wurde von der lokalen Polizei unterdrückt. Die Menschen wurden gewaltsam gezwungen wieder zurück zu ihren Squats zu gehen und somit ihren Stimmen in diesem Moment geraubt.

Der Bericht stammt von einer Aktivistin der Balkanbrücke, die von September bis November 2021 den Verein Rahma tatkräftig unterstützt hat. Informiert euch hier über die Arbeit von Rahma und die Spendenmöglichkeiten. Wir leiten das Geld zu 100% weiter und stehen in engem Austausch mit den lokalen Unterstützer*innen. So informieren wir euch regelmäßig über den Einsatz der Spenden. Eines wird dabei immer wieder klar: JEDE SPENDE ZÄHLT!

Veröffentlicht am 22.12.2021

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